Hans Fehr, Salomon Landolt-Weg 34, 8193 Eglisau



Hans Fehr | Nationalrat von 1995-2015



Den Verstand verloren?

Von Hans Fehr, Nationalrat von 1995-2015, in dieser Eigenschaft Mitglied der Staatspolitischen sowie der Sicherheitspolitischen Kommission, Oberstleutnant

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10.1.2021

Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt, der den Zweiten Weltkrieg weitgehend an der Front miterlebte, hat seinerzeit gesagt: "Der Krieg war eine einzige elende Scheisse, aber eines haben wir damals gelernt: in der Gefahr den Verstand nicht zu verlieren." Gott sei Dank nicht im Krieg, aber in der aktuellen Corona-Gefahr, scheinen hingegen verschiedene Funktionsträger den Verstand oder zumindest den Kopf verloren zu haben.

Mitglieder der Landesregierung und der Kantonsregierungen sorgen mit widersprüchlichen Aussagen und Massnahmen für Verwirrung und zerstören viel Vertrauen. Funktionäre des Bundesamtes für Gesundheit und der "Corona Task force", die den Bundesrat lediglich beraten sollten, treten mit widersprüchlichen Beurteilungen und Rezepten an die öffentlichkeit. Virologen, Epidemiologen, Psychologen, Soziologen und Medien heizen die Stimmung zusätzlich an, verunsichern die Leute und verbreiten Angst. Dabei ist klar: In einer Krise müssen der Bundesrat und die Kantonsregierungen mit einer Stimme sprechen und führen. Und die Massnahmen müssen logisch sein und von den Leuten nachvollzogen werden können.

Obwohl klar ist, dass die Ansteckungen massgeblich in den Altersheimen erfolgen, werden wirtschaftlich verheerende Massnahmen getroffen. Wo bleibt die Logik, wenn ausgerechnet die Restaurants, welche die Schutzkonzepte vorbildlich umgesetzt haben, nach der willkürlichen Schliessung um 19 Uhr nun für Monate ganz dichtmachen müssen?

Bei den Linken (Berset und Co) ist die staatliche Bevormundung bekanntlich "Programm". Umso unverzeihlicher ist die Zustimmung der angeblich bürgerlichen FDP-Bundesrätin und "Wirtschaftsvertreterin" Keller-Sutter und ihres Parteikollegen Cassis. Hätten sie mit den SVP-Vertretern Nein gestimmt, so wäre die katastrophale Schliessung der Restaurants 4:3 abgewendet worden.

Der Bundesrat muss nun die Willkür endlich stoppen und überzeugend begründete, nachvollziehbare Massnahmen treffen. Immerhin sind die nun angelaufenen Impfungen ein Hoffnungsschimmer.

Hans Fehr, a. Nationalrat, Eglisau